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Rezepte Datenbank > Ohne Kategorie > Rührei - Das Alltagsgericht als Gipfel der Kochkunst


 











Rührei - Das Alltagsgericht als Gipfel der Kochkunst





1 Info
- ServiceZeit - Essen und
- Trinken,
- "Rührei",
- WDR 04.04.2003;
- Info von Martina Meuth und
- Bernd Neuner-Duttenhofer

Eine ganze Sendung über Rührei, das darf doch nicht wahr sein!
Geben Sie es zu, das haben Sie gedacht, als Sie von unserem Thema
gehört haben, oder?

Tatsächlich sind Rühreier eine verkannte Delikatesse, und es gibt
eine Menge darüber zu sagen. Denn man kann zwar überall Rührei
bekommen - kein Hotelfrühstück ohne -, sogar oftmals von einem
eigens parat stehenden Küchenjungen zubereitet. Aber wann gibt es
schon ein wirklich gelungenes Rührei: saftig, locker, duftig, genau
richtig gewürzt.

Ein schnelles Gericht sind Rühreier ja schon - aber so schnell eben
auch wieder nicht. Einfach Eier in die Pfanne hauen und rühren, das
ergibt eben kein Rührei. Schon gar kein perfektes, von dem schon
zum Beispiel der grosse französische Küchenchef Escoffier zu
Beginn des letzten Jahrhunderts sagte, ein gelungenes Rührei müsse
ein Meisterstück sein. Es stelle, so schreibt er in seinem
"Kochkunstführer", "unter den Zubereitungen für Eier die feinste
Art dar".

_Was ist das Geheimnis?_

Natürlich braucht man zunächst frische, gute Eier dafür.
Inzwischen kann man ja ziemlich viel auf den Eierkartons ablesen. Es
sagen sogar Stempel auf den einzelnen Eiern, woher sie kommen, in
welcher Art von Tierhaltung sie produziert wurden.

Es ist natürlich Ansichtssache, ob man lieber Ököier (Kennzeichen
0), Eier aus Freilandhaltung (1), aus Bodenhaltung (2) oder aus
Käfighaltung (3) kauft. Manche behaupten, das sei egal - wir sind
anderer Meinung: Erstens ist es eine Schande, den Tieren ihre Würde
zu nehmen und gegen ihre Natur zu halten, und zweitens sind wir
sicher, dass Produkte aus artgerechter Haltung nicht nur besser
schmecken, sondern auch bekömmlicher sind. Man denke nur an die
Medikamente, die in der Massentierhaltung nötig sind. Natürlich
sind artgerecht und mit der Natur im Einklang produzierte
Lebensmittel etwas teurer, aber das sollte einem der eigene Körper
und unsere Umwelt wert sein.

Auf jeder Eierpackung muss deutlich sichtbar das
Kühlschranktemperatur aufbewahren - nach Ablauf des MHD durch
erhitzen" angegeben sein. Bei lose angebotenen Eiern müssen
entsprechende Angaben auf dem Schild stehen. Wenn Sie beim Einkauf
wissen wollen, wie alt die angebotenen Eier sind, rechnen Sie vom

Legefrische Eier brauchen übrigens ein paar Tage zum Reifen. Frisch
aus dem Nest sind sie noch gar kein richtiger Genuss: Das Eiweiss
ist dann noch völlig unharmonisch, es wirkt griesselig, lässt sich
auch gar nicht gut aufschlagen. Erst nach dem dritten, vierten,
fünften Tag entwickelt ein Ei seinen Geschmack. Und dann kann man
ziemlich sicher sein, dass es gut 10 bis 14 Tage frisch bleibt.
Vorausgesetzt, es wird kühl und trocken und in einer neutralen
Umgebung aufbewahrt. 12 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit
sind ideal. Temperaturschwankungen sollte man meiden, da sonst die
Eier schwitzen und sie zu schimmeln beginnen können. Starke
Gerüche in der Umgebung sind zu meiden: Über seine poröse Schale
nimmt ein Ei sie nämlich leicht auf.

_Das Ei: ein Universalgenie_

Enorm, was alles in diesem kleinen Ding steckt, und dazu noch so
bildschön und praktisch verpackt. Es sind die wichtigsten Vitamine,
von A über D und E, B1, B2 und B6. Ausserdem Mineralstoffe wie
Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink und reichlich
Phosphor. Ein inhaltsreiches Päckchen!

_Was man beim Rührei falsch machen kann_

Erster Fehler: Die Eier werden totgerührt. "Uova strapazzate" sagt
man in Italien zum Rührei, strapazierte Eier, und, nomen est omen,
tatsächlich findet man in ganz Italien kaum ein gutes Rührei. Denn
strapazieren darf man die armen Eier nicht.

Die Eier (drei Eier pro Person als ein Hauptgericht, zwei sind eine
elegante Frühstücksportion) werden vielmehr sanft in eine
Schüssel geschlagen, gewürzt, mit dem nötigen Salz (es ist nicht
zu verstehen, warum man in Hotels immer zu schwach oder gar nicht
gesalzene Rühreier kriegt) und mutig Pfeffer, eventuell auch einem
Hauch Cayennepfeffer und Muskat (Geschmackssache). Keine Milch,
keine Sahne, auf gar keinen Fall Mineralwasser oder sonst irgendeine
andere Flüssigkeit hinzu - das wäre eine Beleidigung für die
Eier, die einer solchen Verdünnung nicht bedürfen, und ist nicht
nötig, wenn man mit der richtigen Temperatur arbeitet. Schliesslich
werden die Eier mit einer Gabel (nicht mit dem Schneebesen)
verquirlt. Nicht heftig, sondern mit Gefühl, nur so locker, dass
Eiweiss und Eigelb sich zwar mischen, aber noch sichtbar voneinander
getrennt sind. Merke: Rühreier werden gar nicht so sehr gerührt.

Zweiter Fehler: zu heisse Pfanne! Daran liegt es eigentlich fast
immer, wenn ein Rührei nicht gelingt! Im Unterschied zum Omelett,
für das die Eier gründlich verquirlt werden und dann in die
glühend heisse Pfanne kommen, darf die Pfanne fürs Rührei nur
sanfte Hitze haben.

_Wie man's richtig macht: die Pfanne_

Die traditionelle Eisenpfanne von der Oma ist zwar perfekt, aber
pflegebedürftig - denn sie muss sorgsam behandelt werden, darf nie
mit Spülmittel in Berührung kommen, muss nach jedem Gebrauch mit
einer Speckschwarte abgerieben und dann natürlich häufig benutzt
werden, damit das Fett nicht ranzig wird. Auch die professionelle
Kupferpfanne ist nicht leicht zu handhaben, weil sie unter
Umständen die Hitze zu gut speichert und leitet, wodurch das
Rührei dann zu heiss wird.

Diese beiden Pfannen sind daher im Grunde eher für ein Omelett
geeignet. Und das wird im Unterschied zum Rührei in der
knallheissen Pfanne zubereitet: Sie muss dafür so heiss sein, dass
Sekundenbruchteile bevor die Masse in die Pfanne gegossen wird, die
Butter darin verzischt und sofort haselnussbraun wird. Die Eimasse
wird sofort hinterher gegossen; sobald sie mit dem Pfannenboden in
Berührung kommt, ist schon alles passiert. Man muss die Pfanne vom
Herd nehmen, kräftig rütteln, damit das Omelett nicht festbäckt,
jetzt schwebt es geradezu auf dem Butterfilm, der die Pfanne
überzieht. Das Omelett ist fertig, wenn seine Oberseite noch feucht
glänzt, und dann muss es die Pfanne unverzüglich verlassen.

Für Rühreier dagegen sollen die Pfannen natürlich ebenfalls aus
einem gut leitenden Material sein, Titan oder Edelstahl zum
Beispiel, aber sie sollten beschichtet sein. Die Butter darf darin
nur sanft schmelzen, sozusagen vorsichtig am Pfannenboden
zerschleichen. Wenn sich die Butter leise am Rand kräuselt, giesst
man die verklepperten Eier hinein, sie dürfen nur langsam an der
Unterseite stocken. Und erst dann darf man mit einem breiten
Holzspatel oder mit einem hitzebeständigen Gummischaber am
Pfannenboden entlang fahren und das gestockte Ei bahnenweise
ablösen. Dabei geduldig sein, aber dennoch zügig arbeiten. Wenn
das gestockte Ei trocken wirkt, ist alles zu spät.

_Würztipps_

Zur Geschmacksverbesserung kann man in die stockende Eimasse
flöckchenweise noch mehr Butter unterrühren. Man kann auch
Streifen von gekochtem Schinken, gewürfelte Tomaten, gehackte
Kräuter, geriebenen Käse, sogar Nordseekrabben zufügen - nur ein
paar Löffel jeweils, nie zu viel. Nur so viel, dass das Ei
appetitlich gewürzt ist und dennoch seinen Eigengeschmack behält.
Dann das Rührei unverzüglich auf einer gebutterten oder
getoasteten Brotscheibe anrichten und sofort servieren. Es ist eine
Todsünde, Rührei warten zu lassen.

Rezepte:
Rührei (Grundrezept)
Omelett (Grundrezept)
Rührei mit Pilzen
Asienduftendes Rührei im Tongupilz
Kernöl-Eierspeis'

http://www.wdr.de/tv/service/essen/download/030404rezepte.rtf



 

 

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Rührei - Das Alltagsgericht als Gipfel der Kochkunst Rezept



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